OpenPM – Warum gerade jetzt?




Normalerweise schreibe ich hier im Blog in Englisch. Da das Thema Open-PM aber bisher ein rein deutschsprachiges ist, mache ich mal eine Ausnahme ;-) .

Seit einige Tagen wird Open-PM in der Projektmanager/Projektleiter-Gemeinde heiß diskutiert. Derzeit ist es das meistgelesene Thema bei projektmagazin.de (kostenpflichtig). Es gibt mittlerweile eine eigene Page unter openpm.info, die zukünftiger Anlaufpunkt sein wird. Derzeit wird vom Kernteam diskutiert, mit welcher Technologie das “soziale Netzwerk” erstellt werden soll. Derzeit findet eine Diskussion bei Google+ statt, an der sich jeder beteiligen kann. Bei der entgültigen Festlegung des Namens ist man sich auch noch nicht einig. Aber es gibt bereits ein Mission Statement, das Interessierte unterzeichnen können.

Warum nun Open-PM? Wir haben doch die GPM/IPMA, PMI und andere Institutionen, die alles wissenswerte zu Projektmanagement (PM) anbieten. Derzeit tun sich diese Institutionen schwer, auf die aktuellen Strömungen zeitnah zu reagieren. Wenn man sich die agile Bewegung anschaut, die bereits 10 Jahre offiziell unterwegs ist und Erfolge feiert, findet man derzeit nur wenig in den offiziellen PM-Verfahren davon wieder. In den etablierten PM-Institutionen denkt man darüber nach wie Agilität mit integriert werden kann. Wer aber jetzt sofort eine passende Lösung braucht, findet bei den Institutionen fast nichts konkretes.

Dies ist für in der IT arbeitende Projektleiter besonders bitter. Überall dort, wo keine reinen agilen Umgebungen existieren, z.B. Scrum also nicht bis zum oberen Management des Kunden vorgedrungen ist, fehlen die Blaupausen. Die Scrum-Gemeinde fordert komplett agile Umgebungen, damit wirklich effizient gearbeitet werden kann. Alles andere wäre ein ScrumBut.

Die Realität sieht leider etwas anders aus. Viele Kunden sind noch nicht soweit. Sie würden aber hier und da gerne mal mit Scrum beginnen. Für Projektleiter besteht die Herausforderung darin, in einem klassischen Projektumfeld vielleicht sogar die erste agile Insel zu implantieren.

Mittlerweile gibt es erste Ansätze, wie soetwas aussehen könnte. Aber derartige Lösungen werden heute im Netz diskutiert (vorwiegend in PM-Blogs). Damit schließt sich der Kreis Richtung Open-PM. Open-PM könnte zentraler Anlaufpunkt für die Diskussion und Definition für derartig benötigte Best Practices werden. Im Zeitalter von Wikipedia steht derartiges Wissen natürlich allen kostenlos und ohne Einschränkung zur Verfügung. Wahrscheinlich wird es eine der Creative Commons Lizenzen werden.

Niemand wird bei dieser Diskussion ausgeschlossen. Es besteht sogar die Möglichkeit, daß die Institutionen auf das bei der Open-PM erarbeitete Wissen bzw. die dort entwickelten Tools zurückgreifen können. Damit ist klar, wie “open” zu interpretieren ist.

Was fehlt noch? Engagierte Mitstreiter, die ihre Erfahrungen mit einbringen und mit anderen weiterentwicklen wollen. Ziel: den eigenen Projektalltag dadurch einfacher gestalten zu können. Für Fragen steht Marcus Raitner als Sprecher der Bewegung gerne zur Verfügung.

  • Marcus Raitner

    Danke, Rainer, für Deine aktive Unterstützung. Hier und auf Google+ und wo auch immer wir gerade diskutieren. Eine kleine Ergänzung. Prinzipiell sind wir uns beim Namen #openpm einig, aber aufgrund eventuell drohender namensrechtlicher Komplikationen haben wir das Brainstroming zum alternativen Namen angestoßen. Mittlerweile ist das Brainstorming abgeschlossen und es findet eine Stichwahl der Top-5 statt. Hier kann aber noch jeder abstimmen: http://tricider.com/brainstorming/BcUv

    Grüße,
    Marcus Raitner