Innovation – Wie eine Idee durchsetzen?

Je mehr ich von Gunter Dueck lese oder sehe, desto begeisterter bin ich darüber, daß es ihn gibt. Unsere Zeit ist spannend, aber eben auch um so mehr herausfordernd, weil es zunehmend schwieriger wird, mit den ganzen offenen Fragen und der vermehrten Komplexität sinnvoll umzugehen.

Gunter Dueck gibt interessante Anregungen, nicht nur weil er quasi einer von uns Tekkis bzw. ehemaligen Tekkis ist, sondern weil er auch über die weitergehenden Fragen nachdenkt und reflektiert. Im globalen Wirtschaftsgeschehen, das durchaus auch von unseren Alltagsentscheidungen etwa in Projekten beeinflußt werden kann, ist es eine Hilfe, jemanden zu haben, der auch philosophisch darüber nachdenkt, was ein nächster sinnvoller Schritt in unser aller Weiterentwicklung bzw. jener unserer Gesellschaft sein kann.

Hier also mal wieder eines seiner Werkzeuge zum Verständnis von “So geht Innovation”. Er erklärt uns etwas über normale Menschen und warum er mit seiner Prognose Recht behalten wird:

Buch Das Neue und seine Feinde: Wie Ideen verhindert werden und wie sie sich trotzdem durchsetzen

Die Beispiele zur Entwicklung der Digital-Kamera bzw. des eBooks erinnern mich an einen Moment aus meiner beruflichen Vergangenheit. Als ich 2000 zu Sun gewechselt bin wegen Java, sagte ich meinen alten Kollegen, daß Delphi tot sei. Ähnlich wie im Video wurde ich für einen Spinner gehalten. Auch bei mir war es nur eine logische Konsequenz diese Entwicklung abzuleiten. Ich vermisse bis heute die Möglichkeiten, die Delphi als IDE geboten hat. Aber es war klar, daß Object Pascal nach Borland-Art keine Zukunft mehr hatte. Bei mir hat es 5 Jahre gedauert, bis mir die Marktentwicklung Recht gab ;-).

Stellt sich die Frage, ob dies auch in 5 Jahren für agiles Projekt-Management gilt. Da diese disruptive Veränderung ganze Industriezweige durcheinander würfeln könnte und emense Widerstände zu erwarten sind, muß ich vielleicht sogar 10 Jahre warten. Aber wie bei meinem Delphi-Beispiel ist absehbar, daß Unternehmen, die davon heute noch nichts wissen wollen, dann dazu gezwungen sein werden zu wechseln. Mindestens der Kostenfaktor wird sie dazu bewegen. Evtl. auch die nicht erreichbare Qualität oder gar die Verfügbarkeit von Mitarbeitern. Reinhard K. Sprenger z.B. hält die Verfügbarkeit von Mitarbeitern in seinem neuen Werk “Radikal führen” für den eigentlichen Konkurrenzmarkt der Zukunft. Ein erster Hinweis: schon heute werden agile Unternehmen bei Tekkis bevorzugt. Jedenfalls werden in Zukunft einige Unternehmen feststellen müssen, daß sie die Wichtigkeit ihrer Mitarbeiter auch im realen Projektalltag hätten leben sollen und nicht nur im Hochglanzprospekt für Kunden und Bewerber ;-).

Buch Radikal führen